22.07.2026
ES REICHT !
Viele glauben, wir würden gerade erleben, wie sich unser politisches System verändert.
Ich glaube das nicht.
Ich glaube, dass sich vor allem die Wahrnehmung vieler Menschen verändert.
Der Unterschied ist gewaltig.
Nicht das System wacht auf.
Die Bürger wachen auf.
Solange Vertrauen vorhanden ist, werden Machtstrukturen kaum hinterfragt. Entscheidungen werden akzeptiert. Eingriffe werden hingenommen. Versprechen werden geglaubt.
Erst wenn Vertrauen schwindet, richtet sich der Blick auf das Fundament.
Dann stellt sich plötzlich eine einfache Frage:
Wessen Auftrag erfüllen Volksvertreter eigentlich?
Den des Volkes?
Oder den ihrer Partei, ihrer eigenen politischen Logik?
Ein Volksvertreter hat keinen Herrschaftsauftrag.
Er hat einen Vertretungsauftrag.
Er ist dem Souverän verpflichtet.
Nicht umgekehrt.
Gerade deshalb ist es bemerkenswert, wenn auf wachsende Kritik nicht mit mehr Offenheit, mehr Rechenschaft und mehr persönlicher Verantwortung reagiert wird, sondern mit weiteren Grundrechtseingriffen, stärkerer Kontrolle, neuen Instrumenten staatlicher Überwachung und sogar mit Forderungen nach einem Verbot der nach aktuellen Umfragen inzwischen stimmenstärksten und demokratisch gewählten Partei Deutschlands.
Für mich ist das keine Antwort auf die eigentliche Krise.
Es ist ein Zeichen dafür, dass die politische Führung das Vertrauen eines wachsenden Teils der Bevölkerung verloren hat – und darauf mit mehr Kontrolle statt mit mehr Selbstkritik reagiert.
Während immer mehr Bürger politische Entscheidungen kritisch hinterfragen, wird zugleich wieder selbstverständlich über Kriegstüchtigkeit, Wehrpflicht und militärische Einsatzbereitschaft gesprochen.
Am Ende läuft alles auf dieselbe Frage hinaus:
Wer trägt die Folgen politischer Entscheidungen?
Nicht diejenigen, die sie treffen.
Sondern diejenigen, die mit ihnen leben müssen – als Steuerzahler, als Familien und im schlimmsten Fall als junge Menschen, die einen Krieg ausfechten müssten.
Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen Herrschaft und Vertretung.
Ein Herrschender erwartet Anpassung.
Ein Volksvertreter schuldet Rechenschaft.
Wer das Volk nicht mehr als Auftraggeber versteht, sondern als etwas, das gelenkt, überwacht und im Zweifel diszipliniert werden muss, hat den Kern seines politischen Auftrags aus den Augen verloren.
Nicht die Bürger haben vergessen, wem die Demokratie gehört.
Immer mehr Bürger erinnern sich gerade daran.
Und genau deshalb erleben wir diese Spannungen.
Nicht weil das Volk gefährlicher geworden wäre.
Sondern weil immer mehr Menschen beginnen, den Mächtigen dieselbe Frage zu stellen, die in einer Demokratie selbstverständlich sein sollte:
In wessen Auftrag handeln Sie eigentlich?
Euer Rainer Taufertshöfer
22.07.2026
Josephsplatz
Mittwoch
ab 18:00 Uhr
Umzug 18.30
Unser Lösungsansatz:
Engagiert euch, drückt eure Meinung aus, geht auf die Straße, seid euch bewußt, ihr als Grundlage des Staates habt die Macht in euren Händen – nicht der gewählte Repräsentant des Staates, der anfängt an seine Wiederwahl zu denken, um an der Macht zu bleiben. Stellen wir uns die Frage, wie schaffen wir es alle gemeinsam zu einer Gesellschaftlichen Veränderung zu kommen, in der die gewählten Repräsentanten auch wirklich ihre Wahlkreise repräsentieren, anstatt sich ihrer Lobby-konformer Arbeitsweise zu widmen.
Kriegstüchtigkeit ist kein akzeptables Ziel, sich tüchtig für den Frieden einsetzen dagegen schon.
Es lebe der Frieden, die Freiheit und die Demokratie.
