16.07.2026

Guido Westerwelle in seiner Abschiedsrede, die über 10 Jahre nach seinem Tod aktueller denn je ist. Hier einige Auszüge:

Natürlich, leben wir in Deutschland nicht in Zeiten, wo eine Freiheitsbedrohung von Gewalt ausginge, sondern sie kommt anders daher. Die Freiheitsbedrohung in Deutschland, sie kommt nicht mit Gewalt und laut daher, sondern sie kommt leise daher, sie kommt mit allerlei Begründungen daher. Mit oftmals auch gut gemeinten Begründung zum Beispiel wenn es um die Bürgerrechte geht!

In Zeiten, wo wir alle Sorge haben wegen Terrorgefahr und wo wir alle natürlich auch alles tun müssen, für unsere Bürgerinnen und Bürger damit sie unversehrt ein glückliches Leben führen können.

In solchen Zeiten, kommen dann Parteien her und Politiker und sagen: ,,Das ist die Zeit, wo man wieder mal günstig Bürgerrechte, die uns sowieso ein wenig immer stören scheibchenweise reduzieren kann!“

Freiheit stirbt immer zentimeterweise, hat einmal Karl Hermann Flach formuliert und Freiheit stirbt nicht durch Politiker, stirbt nicht dadurch, dass man Bürgerrechte und Freiheitsrechte von Politik wegen einschränken will. Sondern dann wird es gefährlich für die Freiheit wenn die Bürgerinnen und Bürger ihr eigenes Immunsystem vergessen, dass sie wappnen muss gegen jede Freiheitsbedrohung!

Und für mich ist es als das entscheidende Selbstverständnis unserer Partei, dass wir eben sagen, für uns kommt zuerst der Bürger erst dann der Staat. Andere Parteien vertrauen zuerst dem Staat und vertrauen erst dann den Bürger.

Man kann mit dem Vorwand man schaffe Sicherheit, jedes Bürgerrecht in Zweifel ziehen!

Man kann mit dem Vorwand die Sicherheit brauche das, jede gesetzliche Verschärfung beschließen!

Wir wehren das ab, wo wir können in der Bundesregierung im Parlament. Aber meine Damen und Herren, wir brauchen auch die Bürgerinnen und Bürger. Wir brauchen auch selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger, die sich den Satz nicht gefallen lassen – wer nichts zu verbergen hat, sollte sich doch gefälligst nicht beklagen. Nein, wir wollen ein Volk von selbstbewussten Staatsbürgern und nicht vom Staats Kunden nicht von Untertanen!

Wir von München-steht-auf zeigen Gesicht und fordern die Zurücknahme gesetzlicher Regelungen, die zu Einschränkungen bürgerlichen Schutzes gegenüber dem Staat führen, zur Förderung einer bürgerlichen souveränen Kultur, in dem die Menschen sich für eine friedliche Ausrichtung unseres Landes engagieren und die Propaganda einer „Kriegstüchtigkeit“ direktdemokratisch ablehnen. Alle Parteien, die anderweitige (ausländische) Interessen über den Willen friedliebender Menschen hinweg mit Mitteln der Gewalt erreichen zu gedenken, lehnen wir ab und bekommen keine Stimme. Wir bleiben Sachthemen verbunden und lassen uns nicht mit Versprechen – Hoffnung und kompromittierende Konglomeraten abspeisen. Wir sind Inhaber, Teil dieses Landes und lassen den Staat sich nicht verselbständigen, in dem seine Repräsentanten – wenn auch gewählt – Grundrechte einschränken und Kriege als Mittel der Politik verstehen.

Kriegstüchtigkeit ist kein akzeptables Ziel, sich tüchtig für den Frieden einsetzen dagegen schon.

Es lebe der Frieden, die Freiheit und die Demokratie.