Daumen hoch / Daumen runter05.05.2026

#MSA-Leserbrief

Uns hat mal wieder ein Leserbrief erreicht:

Sind wir pro-russisch?

Nein – wir sind aber auch nicht anti-russisch.
Wir sind Mitteleuropäer deutscher und anderer Nationalität, die in friedlicher und freundschaftlicher Koexistenz mit den benachbarten Völkern und Staaten leben wollen – auch mit Russland.
Dies anzustreben lehrt uns die Vernunft und die deutsche Vergangenheit.

Was im zweiten Weltkrieg passiert ist, wird mit zunehmender zeitlicher Distanz immer unschärfer.
Es leben fast keine Zeitzeugen mehr, die Kriegserfahrungen aus erster Hand schildern könnten.
Die politisch abhängigen Medien und Bildungseinrichtungen haben an der um sich greifenden Geschichtsvergessenheit durch Halbwahrheiten, Verschweigen und Umdeutung eine große Mitverantwortung.

Was damals passiert ist, sollte jedoch jeden interessieren, denn aus Vergangenem entwickelt sich die Zukunft, und unsere Zukunft entwickelt sich gerade besonders bedrohlich.
Die Kriegsgefahr ist akuter denn je (in unserer Wahrnehmung, aber z.B. auch in der Wahrnehmung der russischen Regierung), und die Gefahr einer nuklearen Vernichtung Europas (das wäre unseren „Verbündeten“ in den USA zur Not egal, da sie durch einen Ozean von Europa getrennt sind) ist real.

Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit gekommen, endlich wieder unseren angeblichen alten und neuen Feinden zuzuhören?
Wer ist so sicher, dass „der Russe“ tatsächlich Krieg will?
Schließlich gemahnen die 20.000.000 (in Worten: Zwanzig Millionen) + X Toten der Sowjetunion im 2. Weltkrieg auch die russische Seite zum Frieden.

Am Samstag, 9. Mai 2026, dem russischen „Tag des Sieges“, findet auch in München, so wie in vielen anderen Städten Deutschlands, am Wittelsbacherplatz ab 15:00 Uhr eine öffentliche Gedenkveranstaltung des „Unsterblichen Regiments“ statt.

Vielleicht ist dies eine gute Gelegenheit, insbesondere für Deutsche, aber auch für alle anderen, egal welcher Einstellung, den Opfern des Weltkriegs gemeinschaftlich zu gedenken, auf die Menschen der „Gegenseite“ zuzugehen, ihnen auch zuzuhören, und somit die Menschlichkeit ein weiteres mal über die allgegenwärtige Feindbildpropaganda zu stellen.
Denn nichts vermag Feindbilder besser zu entlarven, als die persönliche Erfahrung, dass die angeblichen Feinde auch nur Menschen sind.

Da russische Veranstaltungen in Deutschland aktuell durch Schikanen und Verschweigen unterdrückt werden sollen, ist es nicht zuletzt auch im Sinne der Meinungsfreiheit unser eigenes Interesse, dass russische Standpunkte in Deutschland gehört werden.

Kriegstüchtigkeit ist kein akzeptables Ziel, sich tüchtig für den Frieden einsetzen dagegen schon.

Es lebe der Frieden, die Freiheit und die Demokratie.